Voodoo Glow Skulls wieder in Slowenien! (2008)
Fotos: Aleš Podbrežnik
Ort: Menza pri koritu, Metelkova, Ljubljana, Slowenien
Konzertdatum: 13.12.2008
Besucherzahl: 200
Kartenpreis: 13 € mit Reservierung, 15 € an der Abendkasse
Die diesjährige ertragreiche Konzertsaison neigt sich langsam dem Ende zu — ihr bleiben nur noch ein paar letzte Atemzüge. Eines der letzten Konzerte fand am Sonntag, dem 14. 12., statt, als Voodoo Glow Skulls zusammen mit den heimischen Pridigarji in der Menza pri koritu auftraten. Obwohl es ein Sonntag war und das Konzert kaum beworben wurde, fanden sich überraschend viele Leute ein, die zu Ska-Core-Rhythmen und mit berauschenden Substanzen in der Hand (bis tief) in die Nacht tanzten. Wie üblich begann auch diesmal das Konzert nicht zur angekündigten Zeit — um halb zehn standen vor der Menza herzlich wenige Leute. Etwas ungewöhnlich war schon, dass der Soundcheck nur wenige Minuten vor Beginn des Auftritts stattfand.
Dann ging’s los. Pridigarji als Opener. Das Achtergespann spielte in knapp fünfundvierzig Minuten vor allem eigene Stücke, die aber nicht jeden begeisterten. Aber ein paar Heißblütige hatten sich doch eingefunden und tanzten direkt vor der Bühne stellvertretend für alle anderen. Die Band, eine feste Größe auf der slowenischen Musikszene, führte uns in Ska-Punk-Core-Rhythmen durch humorgetränkte Litaneien aus ihrem gesamten Katalog. Der umfasst fünf Studioalben und eine EP sowie einige Kompilationen, die in Zusammenarbeit mit anderen (vor allem slowenischen) Bands entstanden sind. Anlässlich eines stattlichen Jubiläums waren die Jungs im Sommer auch zu Gast in einer Sendung von Izštekani z Juretom Longyko auf Radio Val 202. Der Gastauftritt in der genannten Sendung war wohl überzeugender als der in der Menza. Gegen Ende ihres Auftritts regte sich das Publikum gerade genug, um noch eine kurze Zugabe zu bekommen. Für einen Abend reichten die Songs voller Blödsinn vollkommen aus.
Und wie haben sich Voodoo Glow Skulls geschlagen? Trotz hoher Erwartungen nach dem exzellenten Konzert vom letzten Jahr enttäuschten die Giganten der amerikanischen Ska-Core-Szene doch ein bisschen. Lag’s an der Erschöpfung — schließlich hatten die Jungs am Tag zuvor als Vorband von Ska-P in Mailand gespielt? Oder hatten sie einfach keine Lust, sich ins Zeug zu legen und das Konzert ordentlich durchzuziehen, weil man sie in einen kleinen, versifften Ljublaner Club gesteckt hatte? Oder lag’s vielleicht daran, dass die Menza nach dem Auftritt von Pridigarji in einem einzigen Augenblick um fast die Hälfte leergefegt war? Das alles sind nur Spekulationen … Fragen ohne Antworten.
Das Sextett um die Brüder Frank, Eddie und Jorge Casillas spielte ein knapp über eine Stunde langes Set, das hauptsächlich aus den größten Voodoo Glow Skulls-Hits bestand — angefangen mit „Southern California Street Music“ vom gleichnamigen Studioalbum, das letzten September bei Victory Records erschienen ist. Zu dem Song passte auch Franks Aufmachung: Er stürmte mit einer schwarzen Ledermaske auf dem Kopf auf die Bühne, die später am Mikrofonständer landete. Alles ganz im Stil des Verses „Mask it up with your down home pride and cheesy loyalty„. Die Jungs, die 1991 ins Rampenlicht traten, als sie die sog. Bläsersektion (Saxofon, Trompete und Posaune) in die Band aufnahmen, sind in ihrer zwanzigjährigen Geschichte der politischen und soziologischen Thematik in den Texten treu geblieben — etwa „Exorcism“, „Say Goodbye“ und „Steady as She Goes“. Ab und zu würzen sie das Ganze mit etwas Humor, woraus dann “ Charlie Brown“, „Fire in the Dancehall“ und „Fat Randy“ entstehen.
Voodoo Glow Skulls — eine Band, die schon gut zwei Jahrzehnte auf dem Buckel hat — haben mit dem diesjährigen Auftritt das konzerthungrige Publikum ein wenig enttäuscht. Was die weiter oben aufgestellten Spekulationen bestätigen könnte, wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass die Jungs bald wieder zu uns zurückkommen müssen, um den Eindruck vom Sonntag geradezubiegen.
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