Bohem stellen Manifest ljubezni erfolgreich vor! (2008)

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Ort: Orto bar, Ljubljana, Slowenien
Datum des Konzerts: 28.10.2008
Besucherzahl: 180
Kartenpreis: kostenloses Konzert (vorherige Anmeldung per offizieller E-Mail-Adresse der Band)

Am 22. September dieses Jahres erblickte das lang ersehnte zweite Studioalbum „Manifest ljubezni“ der slowenischen Rocker Bohem das Licht der Welt. Zugegeben, seit dem Debütalbum „Življenje ni zločin“ sind ganze vier Jahre vergangen – den Jungs und dem Mädel kann man’s nicht verübeln. Das Ergebnis ist ein gattungsverwandtes Werk, das musikalisch jedoch deutlich ausgereifter und auf ein breiteres Publikum ausgerichtet ist, während sein Vorgänger deutlich härter war. Die Erfolgsformel ist mehr als offensichtlich im versierten Produzenten Andrei Flegu verankert. Das Album, das Anfang September durch die Single „Vest“ angekündigt wurde, haben Bohem beschlossen, bei einem kostenlosen Konzert (mit vorheriger Anmeldung per E-Mail) im Orto bar in Ljubljana vorzustellen. An Zuhörern mangelte es jedenfalls nicht.

Die Präsentation des Albums „Manifest ljubezni“ begann kurz nach 22 Uhr, als sich vor der Bühne bereits eine fast 180-köpfige Menge drängte. Die Bohem-Musiker Matic Jere, Manca Pinterič, Marjan Kotnik, Damir Pavlič und Dejvi Kotar begrüßten das Publikum mit dem brandneuen „Iluzija“, dem ebenso frisches „Deja Vu“ folgte. Trafen die ersten beiden Songs zunächst auf eine etwas laue Reaktion, sollte sich das bald ändern. „Kri“ ist neben anderen Songs einer jener, der Bohem einem breiten Publikum bekannt gemacht hat. Dann roch es wieder nach Neuem. „Romanca“ ist die letzte Single, die deutlich machte, dass die neue Platte dem Debütalbum weit überlegen ist. Die versammelte Menge erhielt die Bestätigung noch mit einem der ruhigeren Songs und dem einzigen, der auf Englisch geschrieben ist – „Islands Of People“. Das Publikum, das sich bis dahin bereits ordentlich warmgelaufen hatte, war beim Song „Življenje ni zločin“ noch eine Spur lebhafter dabei. Wie auch nicht, schließlich ist das einer der besten Bohem-Songs. Dazu zählt auch „Kraljica sanj“, die diesmal nicht zusammen mit Lara Baruca gesungen wurde, wie man sie auf der Platte hören kann. Bei dieser Gelegenheit „lieh“ Manca ihre Stimme. Die Jungs und das Mädel legten dann mit „Na tleh“ richtig los. Den etwas ruhigeren Einstieg bildet ein mit Energie geladener Refrain den Kontrast. Noch das kurzweilige „Kič“, und schon war es Zeit für einen der größten Hits der ersten Platte. Die Rede ist natürlich von „On je jaz“, und als die ersten Riffs erklangen, explodierte das Publikum buchstäblich und sang einstimmig zusammen mit Matic „kjer reke stojijo, gore trdno spijo, kjer zvezde pijane vedo, tam je nekdo, ki vidi njo, ki dobro ve, da on je jaz, le drug obraz …“. Die in der Luft liegende Energie übertrug sich dann auf das romantische „Noč s teboj“, das Dejvis persönliches Bekenntnis trägt. Auch „Strah“ steuerte seinen Teil bei. Bohem haben auf das Album „Manifest ljubezni“ auch „Most“ aufgenommen, die laut Matic die einzige echte Ballade des Albums ist. Ein Moment für Umarmungen und Romantik. Beim Song „Ko bi bilo…“ erlebte das Publikum einen Wechsel zwischen Englisch und Slowenisch. Manche Wörter klingen manchmal tatsächlich schöner in einer Fremdsprache, und was auf den ersten Blick wirklich schwer erscheint, ist in Wirklichkeit ganz leicht. Davon überzeugten sich die Anwesenden bei „Težko = lahko“. Nach all diesen Thesen galt es nur noch zu beweisen, wer der echte „Bohem“ ist. Dejvi, Marjan und Damir machten dann eine kurze Pause. Auf der Bühne blieben nur Matic und Manca, die „Dnevi grmenja“ im Duett spielten und sangen. Die Atmosphäre war perfekt, es fehlten nur die angezündeten Feuerzeuge. Am Ende des Songs verließ auch Manca die Bühne, und Matic hatte die Bühne für ein paar Momente ganz für sich. Er griff zur Gitarre und führte uns sanft durch sein persönliches Bekenntnis mit dem Titel „Dan za vas“. Die Band kehrte auf die Bühne zurück, und so folgte die erste Single der neuen Platte, „Vest“. Über den nächsten Song muss man gar nicht viele Worte verlieren, denn es ist einer der größten Hits des Debütalbums. Die Rede ist von „Deveti junij“, der auch nach vier Jahren noch immer ein absolut aktueller Song ist. Bohem brachten den Abend zu seinem Ende. Es blieb nur noch „Manifest ljubezni“, und nach Dejvis mehrfachen Scherzen, als er die ersten Riffs von „On je jaz“ anspielte, gelang es ihnen, auch diesen Song bis zum Ende durchzuspielen.

Bohem haben damit das offizielle Promotionkonzert des neuen Studioalbums „Manifest ljubezni“ mehr als erfolgreich zu Ende gebracht. Das Album, das zwar nicht auf Anhieb überzeugt, kriecht einem mit der Zeit und bei mehrmaligem Hören unbewusst unter die Haut. Den größten Wert dabei hat vor allem die Tatsache, dass es für ein breites Publikum zugänglich ist. Weiter so, Bohemi!

Text: Lea Lesar
Fotos: Barbara Milharčič

Setlist

1. Iluzija
2. Deja Vu
3. Kri
4. Romanca
5. Islands Of People
6. Življenje ni zločin
7. Kraljica sanj
8. Na tleh
9. Kič
10. On je jaz
11. Noč s teboj
12. Strah
13. Most
14. Ko bi bilo …
15. Težko = lahko
16. Bohem
17. Dnevi grmenja
18. Dan za vas
19. Vest
20. Deveti junij
21. Manifest ljubezni

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