John Fogerty Ljubljano popeljal po ustju Zelene reke! (2008)
Ort: Ljubljana/Hala Tivoli
Konzertdatum: 14.06.2008
Besucherzahl: 1500
Ticketpreis: 38,00€
John Fogerty ist ein Mann mit vielen Zaubern. Dem Ljubljanaer Publikum stellte er sich mit herzlichem Südstaaten-Akzent und bestens gelaunt vor, was man an der Redseligkeit des Herrn deutlich merken konnte. So hatten wir neben dem Mitwippen zu den längst zu Volksliedern gewordenen Motiven auch Gelegenheit, sehr gefühlvollen Analysen einzelner Themen zu lauschen, mit denen John Fogerty trotz seines Ikonenstatus noch einen Schritt näher an uns gewöhnliche Sterbliche herangerückt ist.
John ließ uns bis 21 Uhr auf heißen Kohlen sitzen, wahrscheinlich wegen der bescheidenen Zahl an Besuchern, die langsam durch die inzwischen fast 40 Jahre alte Waschanlage der großen Halle der Hala Tivoli tröpfelten. Witzig, aber beim vorsichtigen Slalom über die „zwangsbetäubte“ Eisfläche konnte man eine bunte Palette mündlicher Kommunikation aufschnappen: vom erwartbaren Gebrabbel auf Kroatisch und Italienisch bis hin zu den Rufen spanischsprechender Rocker-Conquistadores! Ähnlich bunt gemischt war auch das Alter der Anwesenden. Mit der nachvollziehbaren Ausnahme des Großteils an Leuten im reiferen Alter war es am Samstagabend eine Freude, so viele junge Leute zu sehen, die sich im Frühling ihres Lebens versammelt hatten, um begeistert das unsterbliche Erbe der goldenen Ära des Rock & Roll zu entdecken!
Der bescheidene Besuch ließ nichts von der fiebrigen Atmosphäre ahnen, die uns mit den Eröffnungsrhythmen von Travelin‘ Band im Nu erfasste! Was für ein Gefühl, wenn dir das Blut gefriert und die Trägheit unter der Haut langsam dem massenhaften Durchbruch der Energie Platz macht, die das Publikum mit Bad Moon Rising und Green River ins Delirium versetzte! John ging den ersten Ball voll an, griff mit jedem weiteren Song zu einer neuen Gitarre und überzeugte mit dem Elan eines unbefriedigten Teenagers schon beim ersten Anlauf! Nicht weniger begeisternd ging es mit Who’ll Stop The Rain, Commotion und einem der Favoriten des Abends weiter, der leidenschaftlich versierten Born On The Bayou. John hat die genannten Klassiker schön mit neueren Arrangement-Kniffen aufgefrischt, denn die angemessen verstärkten Songgerüste verbinden sich nach den eingängigen Strophen schnell mit harten Gitarrenausflügen. In dieser Hinsicht siegte John mit Heard It Through The Grapevine am Samstagabend an allen Fronten. Der strukturell stark gedehnte Evergreen deutete klar auf die Präsenz der alten Rocker-Schule hin, mit der der Song von Minute zu Minute wuchs, vom begeisternden Keyboard-Solo bis zum glänzenden Gitarren-Intermezzo im Finale.
Auch für neuere Songs, von denen die meisten wohl weniger bekannt sind, war genug Manövrierraum da, wobei sich deren Reihenfolge vorhersehbar am kürzlich hervorragend aufgenommenen Album Revival orientierte. John überraschte noch mit Ramble Tamble, die er großzügig mit einem willkommenen Schlagzeug-Einsatz von Kenny Aronoff würzte, während wir vom Repertoire des kultigen Centerfield-Albums bei den Klängen von The Old Man Down The Road schwelgen durften.
Im weiteren Verlauf des Abends bekamen wir natürlich eine weitere Runde durch das CCR-Erbe. Nicht fehlen durften Cotton Fields und Midnight Special, Songs der Legende des amerikanischen Country Blues Leadbelly, das gefühlsgeladene HaveYou Ever Seen The Rain, zu dem uns John freundlicherweise seine Woodstock-Abenteuer anvertraute, oder der explosive Rocker Fortunate Son! John Fogerty verabschiedete sich in großem Stil von der begeisterten Menge mit einem hochelektrisierten Paket an „Singalong“-Refrains, mit Rockin‘ All Over The World, Hey Tonight und natürlich dem obligatorischen Ponosno Mary, dessen Refrain endlich auch die kleine Zahl der stursten Bewegungsverweigerer auf die Beine brachte.
Am Ende bleibt nichts anderes zu sagen, als dass John Fogerty mit erstklassiger Stimme, außergewöhnlicher Form und der Show insgesamt am Samstagabend voll überzeugt hat. Die Legende hält sich prächtig! Wir Söhne und Töchter des slowenischen Volkes haben mit unserer blassen Reaktion damit sicher eine einmalige Gelegenheit verpasst, eine der wenigen noch richtig aktiven Ikonen des Rock & Roll zu bewundern!
Text: Daniel Pavlica
Fotos: Barbara Milharčič
2.Bad Moon Rising
3.Green River
4.Who’ll Stop The Rain
5.Commotion
6.Born On The Bayou
7.Lookin‘ Out My Backdoor
8.Rambunctious Boy
9.Don’t You Wish It Was True
10.My Toot Toot
11.Midnight Special
12.I Heard It Through The Grapevine
13.Gunslinger
14.Cotton Fields
15.Ramble Tamble
16.Broken Down Cowboy
17.Keep On Chooglin‘
18.Have You Ever Seen The Rain
19.Night Time Is The Right
20.Comin‘ Down The Road
21.Down On The Corner
22.Up Around The Bend
23.Hey Tonight
24.Old Man Down The Road
25.Fortunate Son
26.Rockin‘ All Over The World
27.Proud Mary
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