Beim Heavy New Year mit Burning Legion und Sweet Sorrow angestoßen (2007)

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Autor: Rok Klemše

Ort: KUD France Prešeren / Ljubljana / Slowenien
Konzertdatum: 28.12.2007
Besucherzahl: 130
Ticketpreis: 7,00€

Die ungemein bunte und vollgepackte Konzertsaison 2007 haben die heimischen Wikinger von Sweet Sorrow mit einem Riesenknall beendet. Kurz vor Jahresende schnürten sie das Konzertpaket Heavy New Year, bei dem mit Riffs, Blastbeats und Growls statt mit Champagner angestoßen wurde, und zwar von Burning Legion aus Slovenska Bistrica, der Goremageddon-Truppe Dickless Tracy aus Brežice und dem slowenischen Amon Amarth, Sweet Sorrow. Na ja, fast: Dickless Tracy haben ihr Konzert wegen einer Krankheit von Drummer Tegla nämlich abgesagt. Trotzdem lockte das KUD France Prešeren ein letztes Mal im Jahr 2007 in seinen Schlund, und zwar mit einem feinen Metal-Doppelpack.

Als Erste enterte die Legion aus Slovenska Bistrica mit Kriegsgetöse die Bühne: die äußerst vielversprechenden und frischen Burning Legion. Die Jungs haben vor Kurzem ihre erste EP veröffentlicht, die sich mit einem der besten Cover hierzulande, einer starken Produktion und atemberaubendem Death/Thrash Metal mit einer Prise schwedischer Melodic-Schule schmücken kann. Alles andere als einen souveränen, guten und vor Energie berstenden Auftritt hatte ich deshalb nicht erwartet, und genau das haben die Jungs geliefert. Mastermind Matic Mlakar und seine brutale Legion brachten das KUD mit der Eröffnungssalve Bringing Salvation im Nu zum Kochen, die aber keine Erlösung brachte, sondern Matics Kommandos zum Moshen, den er mehrfach bekam, und zwar in immer größeren Dosen. Das schön gefüllte KUD hielt Matic mit einem prächtigen, brutalen Growl und unglaublichen Passagen nach dem Vorbild der schwedischen Melodic-Metal-Schule, also des sogenannten Gothenburg-Metal, bestens in Spannung. Die Passagen spielte er sich mit Matej Müller aus Spaß zu wie der Dribbler „Heute war mein Tag“-Cime den Ball. Für die Soli und Riffs, die die beiden abfeuerten, müssten sich nicht mal die Brüder Amott schämen. Burning Legion spielten die EP Controlling Existence komplett durch, stellten vielversprechende neue Nummern vor und zündeten die Coverversionen von Arch Enemy, Enemy Within und Silent Wars, richtig schön an, bei denen sogar Angela verstummen würde. Was soll man sagen: Burning Legion sind ein weiterer frischer Wind in der ohnehin schon bunten und guten slowenischen Metal-Szene, von ihnen können wir noch viel erwarten. Smokin‘!!!

Burning Legion Setlist:
1. Bringing Salvation
2. Controlling Existence
3. To End Life
4. Prva
5. Nova
6. Slave To The Curse
7. Enemy Within
8. Silent Wars
9. M.O.T.L.

Während sich Sweet Sorrow mit Opfergaben an die nordischen Götter und einem Becher Met aufs Konzert vorbereiteten, zog das Publikum aus dem Saal ab, und wohin auch sonst als an die Theke, zu einer Flasche Göttertrank. Doch ziemlich schnell stießen die Wikinger vom Fuß der Alpen schon mit Skol an, und im Nu füllten slowenische Metal-Krieger den Saal. Sweet Sorrow sind zweifellos eine der beharrlichsten heimischen Bands, haben sie doch schon ein ganzes Meer an Mitgliedern verschlissen, zuletzt Sänger Bufo, den aber schnell Marko Košmrlj ersetzte. Bei seinem ersten Konzert auf dem diesjährigen Metal Festival im Bazen in Kranj wirkte Mare souverän, aber ganz klar noch etwas verwirrt und die Bühne nicht gewohnt. Doch die Konzerte, die er fleißig sammelt, haben sich ausgezahlt: Diesmal wirkte er deutlich selbstbewusster und ließ schon in den ersten Momenten mit brutalen Growls und hohen Screams, die er direkt aus Niflheim zog, das Blut gefrieren. Sweet Sorrow waren äußerst fleißig, denn im ersten Teil des Konzerts präsentierten sie ausschließlich brandneues Material, das Mare auf den Leib geschrieben ist und außerdem einen großen instrumentalen Fortschritt der Band zeigt, vor allem durch die immer besseren Riffs des Gitarrenduos Pero/Joco. Schade, dass die eher schwache Beschallung ein paarmal zickte, was sich vor allem bei den cleanen Gesangsparts bemerkbar machte, die man kaum hörte. Mare spricht das Publikum zwischen den Songs zwar noch immer etwas eintönig an und flüchtet sich vor allem ins ständige Zeigen der Hörner, aber wenn er auch in Zukunft solche Fortschritte zeigt, muss man sich keine Sorgen machen: Sweet Sorrow haben einen der besseren heimischen Sänger/Frontmänner gefunden. Nach einem gut einstündigen Ragnarok führten uns die Jungs noch in nordische Lande, mit einem Trio von der letzten EP, Northland, bei dem wir gefallenen Brüdern (Einherjar) Tribut zollten und wie Blutsbrüder anstießen (eeem… too much Manowar?). Heavy New Year hat in dieser weihnachtlich-neujährlichen Stimmung mehr als gutgetan, ich hoffe, 2008 erwarten uns möglichst viele solche Konzerte, und Heavy New Year wird zur festen Größe. Bis zum Heavy New Year 2008 also – Skol!

Sweet Sorrow Setlist:
1. Skol
2. God of War
3. Betreyals of Humanity
4. Metamorphosis
5. Gloria Transit
6. Human Hunt
7. Twilight of the Gods
8. Immortal
9. 1000th Millenium
10. The Scarlet Whore
11. Another Life
12. I Am Pain
13. Northland
14. Einherjar
15. Blood Brothers

Fotos: Aleš Podbrežnik
Text: Rok Klemše

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